Presse

03.04.2025

ZVEI-Umfrage: Medizinisches Personal wünscht sich vernetzte Gesundheitsinfrastruktur

31/2025

  • Große Mehrheit überzeugt: Digitalisierung wird Versorgungsqualität verbessern
  • Heutige medizinische IT-Anwendungen bereits große Arbeitserleichterung
  • ZVEI fordert: Vernetzte Gesundheitsinfrastruktur endlich umfassend aufbauen und niedrigschwellig fördern

Das medizinische Personal in Deutschland unterstützt den Weg hin zu einer digitalisierten und vernetzten Gesundheitsinfrastruktur. Dies geht aus einer neuen repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des ZVEI unter Erwerbstätigen im deutschen Gesundheitssystem hervor. 
Sowohl die Erleichterung des eigenen Arbeitsalltags als auch eine bessere Versorgung der Patientinnen und Patienten sind dafür ausschlaggebend. So gaben knapp zwei Drittel (64 %) an, die stärkere Vernetzung von Geräten und IT-Systemen über alle Sektoren des Gesundheitssystems hinweg werde zu einer verbesserten Patientenversorgung führen. Gleichzeitig sind über die Hälfte der Befragten (54,9 %) überzeugt, dass der durchgängige Datenaustausch zwischen Medizingeräten und IT-Systemen während des gesamten Diagnose- und Behandlungsprozesses eine Erleichterung ihrer Arbeit mit sich bringt.
Bereits heute nutzt etwa jeder Dritte der Befragten medizinische IT-Anwendungen, wie etwa Informationssysteme für das Labor, in der Kardiologie oder in der Intensivmedizin, häufig in ihrem Alltag. Rund drei Viertel dieser Intensivnutzer (74 %) gaben an, dass die medizinische Patientenversorgung auch dadurch sehr erleichtert wird.

„Es stimmt sehr positiv, dass die Anwenderinnen und Anwender aus ihrer praktischen Erfahrung heraus von dem Potenzial einer weiteren Vernetzung zwischen Medizintechnik und IT-Systemen für die Gesundheitsversorgung überzeugt sind und jetzt zügig eine Ausweitung erwarten“, zeigt sich Hans-Peter Bursig, ZVEI-Bereichsleiter Gesundheit erfreut. „Mittels Digitalisierung können wir das Gesundheitssystem auf der Technologieseite so effizient gestalten, dass das medizinische Personal sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: auf die individuelle Versorgung der Menschen.“ Nur so könne auch dem demografischen Wandel, der Zunahme chronischer Erkrankungen sowie dem steigenden Fachkräftemangel begegnet werden und eine zukunftsfähige Versorgung auf gleichbleibend hohem Niveau gewährleistet werden.

Allerdings macht die Umfrage auch deutlich, dass der Weg noch ein weiter sein wird. Den aktuellen Stand der umfassend vernetzten Gesundheitsinfrastruktur bewertet die Mehrheit (63 %) der Befragten mit ausreichend bis mangelhaft. „Deshalb müssen wir jetzt den Fokus auf einen langfristigen, nachhaltigen Maßnahmenplan zur Förderung und Aufbau einer vernetzten Gesundheitsinfrastruktur legen und diesen mit Nachdruck voranbringen“, schlussfolgert Bursig und fordert Richtung Politik: „Die verschiedenen Digitalgesetze im Gesundheitsbereich müssen weiterentwickelt und praxistauglich umgesetzt werden.“ Es dürften keine juristischen Zweifel aufkommen, ob neue Anwendungen zulässig sind. „Nur dann können Hersteller und Anwender Investitionen sicher planen und neue datenbasierte Prozesse in der medizinischen Versorgung umsetzen.“ Wenig Bürokratie in der Anschaffung und Nutzung sowie eine leichte und möglichst interoperable Bedienung müssten das Ziel sein. 


Civey hat für ZVEI e.V. vom 20.2. bis 18.3.2025 rund 1.000 Erwerbstätige im Gesundheitswesen befragt. Alle Daten wurden im Civey-eigenen Panel mit verifizierten Teilnehmern erhoben. Die Ergebnisse sind unter Berücksichtigung des angegebenen statistischen Fehlers repräsentativ für die angegebene Grundgesamtheit. 

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